Info: Was sind Schlauchfolien?

Feuchtigkeit, Staub, Kratzer und Stöße sind die natürlichen Feinde eines jeden Lagergutes. Gerade im Versand ist es zum Beispiel wichtig, dass die einzelnen Artikel schnell, also ohne großen ökonomischen Aufwand, vor allem aber sicher und lager- bzw. transportfähig verpackt werden. Nicht jedes Produkt benötigt dabei eine eigene, speziell zugeschnittene Verpackung. Denn für diese Fälle gibt es flexible Schlauchfolie auf Endlos-Rolle. Immer dann, wenn die Folie wegen unterschiedlicher Produktgrößen in der Länge variieren muss, ist die Rollenware eine sehr gute Wahl. 

Warum die Schlauchfolie so praktisch ist? Ganz einfach: Das Produkt lässt sich in diesen Schlauch stecken, der von der Rolle kommt und bedarfsgerecht nach Produktmaßen abgeschnitten wird. Die offenen Seiten des Schlauchs werden nachfolgend verschweißt: fertig! Die Schweißnähte sind in der Regel strapazierfähig, sodass die Verpackung praktisch, preiswert und haltbar ist. Die Folien sind insbesondere für Selbst-Packer (in kleineren Unternehmen) und für die Verpackung längerer Güter (z. B. Stangen) interessant, weil die Handhabung (Abtrennung von der Rolle, Verschließen mit einem geeigneten Schweiß-Gerät) so komfortabel und die Folien in der Länge flexibel sind. 

Gut für Gut wird gut verpackt- Materialien und Anwendungsbereiche

Griffige Schlauchfolien (Folienschläuche) sind für Packgüter geeignet, die ein höheres Gewicht und / oder eher scharfe Kanten haben. Das Packgut wird sicher in die robuste Folie eingeschweißt. Weichere Folien (aus LDPE) sind für weniger schwere Packgüter optimal, zumal Folien aus Low Density Polyethylen absolut lebensmittelecht und gute Produkt-Umverpackungen sind. 

Grundsätzlich können Schlauchfolien jedoch aus verschiedenen Kunststoffen hergestellt sein; aus Polyethylen (PE - LDPE, LLDPE, MDPE und HDPE) zum Beispiel oder aus Verbundstoffen (COEX-Folie), in der Länge und in der Breite variabel. Die Schlauchfolien können - je nach Herstellung - unterschiedliche Merkmale aufweisen. 

Ein Einblick in das Variantenreichtum und die customizing Möglichkeiten

  • Schlauchfolien werden bei Bedarf in individueller Farbe transparent eingefärbt. Durchsichtige Folien sind jedoch der Normalfall. Doch auch blickdichte Folien (Beispiel: schwarze Folie) sind erhältlich. 
  • Schlauchfolien können bewusst durchlässig hergestellt sein. Es gibt sie gelocht (zur Ableitung von Schwitzwasser; Formatlochung) und teilweise oder flächig genadelt (Kaltnadelung, damit Luft beim Verpacken entweicht) sowie perforiert mit Schlitzen (zur besseren Entlüftung). 
  • Schlauchfolien unterscheiden sich darin, wie ihre Oberfläche beschaffen ist. Glatte Folien begünstigen das Verpacken, weil Produkte besser rutschen. Stumpfe Folien verhindern genau das, damit das Produkt beim Transport an seinem Platz bleibt. 
  • Schlauchfolie, in die Luftpolster eingearbeitet sind, fungieren als ideale Puffer, um empfindliche Produkte vor Stößen und Beschädigung zu schützen. 
  • Ganz spezielle Schlauchfolien sind antistatisch (also dergestalt, dass sie nicht haften und leicht zu öffnen sind) und/ oder  ableitfähig (ESD-Schutz), um Elektronikteile sicher verpacken zu können. Andere Folien sind mit einem Korrosionsschutz ausgerüstet (VCI-Folien), um Metalle vor Rost zu schützen, oder als Schrumpfschlauchfolien "im Sondereinsatz".
  • LDPE-Schlauchfolie ist nicht nur lebensmittelecht, sondern auch für das Tiefgefrieren geeignet, sehr dehnbar und reißfest. Die effiziente Folie kann hundertprozentig recycelt und zu vielen industriellen Verpackungszwecken genutzt werden, was sie ökonomisch und ökologisch interessant macht. Spezielle LDPE-Folie schützt sogar vor statischer Aufladung und / oder UV-Licht. 

Herstellung von Schlauchfolien und Halbschlauchfolien

Schlauchfolien stellt man in Blasextrusion her, wobei Luft in die aus Granulat aufgeschmolzene Kunststoffmasse geblasen wird, während sie einen Extruder durchläuft. Wie ein Ballon bläht sich das Folien-Erzeugnis, ehe es abkühlt und dann über Walzen zu einem (nahtlosen) Schlauch gefaltet wird. Im Maß der Ausdehnung des Ballons entstehen unterschiedliche Folien-Stärken. Der gefaltete Schlauch wird auf eine Endlos-Rolle gewickelt. Auf jeder Rolle befindet sich so am Ende immer ein einziger langer Folienschlauch, der eine Anfangs- und eine Endöffnung hat. Wird ein passgenaues Stück des Schlauches von der Rolle geschnitten, so hat auch dieses wieder zwei Öffnungen, die meist die Schmalseite bilden. An diesen beiden Öffnungen wird der Schlauch mittels eines speziellen Gerätes verschweißt, nachdem das Produkt in den Schlauch geschoben wurde. HDPE-Folien sind grifffester als LDPE-Folien und rascheln wie Papier. LDPE-Folien liegen weicher in der Hand. Welcher Kunststoff als Ausgangsmaterial besser geeignet ist, hängt vom Packgut ab. 

Halbschlauchfolien sind demgegenüber auf drei Seiten offen und entsprechend durch Verschweißen zu verschließen. Denn zusätzlich zu den beiden Öffnungen, die durch das Abschneiden von der Rolle automatisch entstehen, ist die Folie bereits bei der Herstellung einseitig geschlitzt. Nach dem Abschneiden von der Rolle kann das Produkt damit bequem umhüllt und eingeschweißt werden; es muss nicht eingeschoben werden. Als Schutz für den Transport ist Halbschlauchfolie empfehlenswert. Sie gilt jedoch auch in der Lebensmittelindustrie als praktische Hilfe, zumal sie in automatisierten Prozessen verwendet werden kann. 

Einige Vorzüge der Schlauchfolien sind: 

  • Praktische Rollenware. Eine beliebige Länge des Erzeugnisses kann abgeschnitten und dann mit einem speziellen Schweißgerät verschlossen werden. Selbst sehr lange Produkte lassen sich so ausgezeichnet verpacken. Alternativ gibt es Flachfolien mit Abriss-Perforation, also in fest definierter Länge. Das ist ideal, wenn stets die gleichen Produkte verpackt werden.
  • Eignung für die eigenständige Verpackung von Waren (Schlauchfolie) oder für die Verarbeitung am Automaten (Halbschlauchfolie). 
  • Folienlänge frei definierbar; viele Breiten und Stärken und sind möglich.
  • Flexible Kunststoffe mit spezifischen Merkmalen bringen flexible Verpackungsoptionen - vom technischen Produkt bis hin zur anspruchsvollen Verpackung von Lebensmitteln. 
  • Bedruckte Folien sind machbar, ebenso individuell eingefärbte; das Spektrum für die Nutzung von Folien wird noch einmal erweitert.
  • Seitenfaltenschlauch-Folien als Sonderform sind sogar geeignet, um sich sehr eng um ganze Paletten mit Waren zu legen (einzuschrumpfen) und zu schützen. (Benötigt wird eine Anlage zum Schrumpfen, die das Volumen aufnimmt). Auch Hauben zum Abdecken können daraus hergestellt werden. Die speziellen Folien gibt es ebenfalls gelocht, genadelt, antistatisch, stumpf, glatt und / oder schrumpfend. 
  • Einige Automatenfolien als Sonderform sind mehrschichtige Folien, etwa aus LDPE, HDPE und Polypropylen-Blasfolie (PPB), die bestimmte Barriere-Eigenschaften haben, zum Beispiel "Anti-Beschlag", oder aber dem leichten Öffnen der Verpackung dienen und entsprechend patentiert sind.